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Das Zertifikat der Ganggenauigkeit – der Chronometer

Karo
von Karo

In manchen Situationen, wie beispielsweise an Silvester oder bei einer Geburtstagsparty in die hinein gefeiert wird, brauchen wir eine präzise Zeitangabe: Zu den besonders präzisen und absolut genauen Zeitmessern zählen Chronometer. Sie werden häufig mit Chronographen verwechselt. Dabei unterscheiden sich die beiden Uhrentypen durch ganz verschiedene Charakteristika. Chronographen sind handelsübliche Uhren-Modelle, die mit einer Stopp-Funktion ausgestattet sind.
Der Begriff Chronometer hingegen kommt aus dem Griechischen und bedeutet nicht viel mehr als „Zeitmesser“ – also eigentlich ebenfalls eine herkömmliche Uhr. Umgangssprachlich und fachlich wird er aber mit einer präzisen Zeitangabe und sehr hochwertigen Verarbeitung verbunden. Im Bereich der Seefahrt bezog er sich vor allem auf Instrumente zur exakten Positionsbestimmung. Ohne diese präzise Zeitmessung konnte kaum der richtige Weg bestimmt werden.

Darf sich jede Uhr als Chronometer bezeichnen?

Offiziell darf sich heute eine Uhr nur dann als Chronometer bezeichnen, wenn sie von einem Observatorium oder einer offiziellen Gangkontrolle in einem standardisierten Verfahren getestet wurde. Hier unterläuft sie einen 15-tägigen Dauertest, der es ganz schön in sich hat. Die Uhr muss sich in fünf Lagen, bei drei verschiedenen Temperaturen und einer Luftfeuchtigkeit von 24% diese Prüfung unterziehen. Erst nach der bestandenen Prüfung erhält sie ein offizielles Gangzeugnis bzw. Zertifikat und zählt ab diesen Zeitpunkt zu den genauesten Uhren.

Die bekannte Marke Rolex galt als Vorreiter und zeigte schon vor der Einführung solcher Prüfungen, dass es ihre Armbanduhren mit Taucheruhren aufnehmen konnten.

Als sie 1913 und 1914 zwei ihrer Modelle testen ließen und diese schließlich das Zertifikat erhielten, spornte es auch Konkurrenten und namenhafte Marken an, einige ihrer Uhren prüfen zu lassen. Bis zur Erfindung der Quarzuhr waren sie sehr erfolgreich und besonders beliebt. Denn die Quarzuhren weisen eine noch höhere Ganggenauigkeit auf, sodass für Chronometer kaum mehr Bedarf als Navigationsinstrumente vorhanden ist.

Doch egal ob schweizer – oder deutsche Zertifizierung, die Uhrenmodelle mit ausgezeichneter Ganggenauigkeit haben noch lange nicht ihren Reiz verloren.

Wer also besonders viel Wert auf eine exakte Zeit setzt, kann jedenfalls mit einem zertifizierten Chronometer nichts verkehrt machen.