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Silizium Spirale: Innovativer Helfer für die Ganggenauigkeit der Uhr

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von Lasse

Gemeinsam mit der Unruh sorgt die integrierte Spiralfeder einer Uhr für den präzisen Antrieb. Die Ganggenauigkeit steht und fällt mit der Fertigung der Feder, die bis vor einigen Jahren noch ausschließlich mit Hilfe von Stahl oder durch verschiedene Legierungen erfolgte. Mit innovativen Silizium-Spiralen, die zunächst nur von wenigen Marken verwendet werden konnten, wurde der Uhrenmarkt revolutioniert. Die Spiralfedern sind genauer und gleichmäßiger, punkten aber noch mit weiteren positiven Eigenschaften.

Was ist eine Silizium-Spirale?

Um diese Frage zu beantworten, muss zunächst geklärt werden, was überhaupt eine Spiralfeder in der Uhr ist. Sie wiegt weniger als drei Milligramm und ist sogar dünner als ein Haar, und doch kommt der kleinen Spirale eine wichtige Aufgabe zu: Die Sicherung der Ganggenauigkeit eines Zeitanzeigers. Diese Eigenschaft ist sicherlich eine der relevantesten von Uhren und ist eng damit verknüpft, wie regelmäßig die verbaute Unruh schwingen kann. Und dafür ist wiederum die Spiralfeder verantwortlich.

Würde die Spiralfeder aus einem Uhrwerk entfernt, stünde dieses sofort still. Das zeigt, welch hohe Priorität dem nahezu verschwindend kleinen Bauteil zukommt. Es wurde bereits Ende des 17. Jahrhunderts erfunden. Die Spiralfeder ist, wie ihr Name schon verrät, anders als manch andere Feder spiralförmig gewunden und wurde im Laufe der Zeit größtenteils aus Federstahl gefertigt.

Entwicklung der verschiedenen Spiralen

Federstahl sorgte stets dafür, dass die Spiralfeder ihren vorgesehenen „Dienst“ leisten konnte, brachte jedoch auch einen Nachteil mit sich: Bei Temperaturschwankungen konnte die Ganggenauigkeit durch die Veränderung der Elastizität der Spirale schnell leiden. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts wurde durch eine Mischung aus unterschiedlichen Materialien gegengesteuert und die bekannten „Nivarox“-Federn waren verfügbar. Heute steht dieser Name für einen der wichtigsten Hersteller der Uhren-Flachspiralen.

Noch überlegener zeigt sich allerdings die Verwendung von Silizium für die Spiralfeder. Die drei Uhrenmarken Patek, Rolex und Swatch stecken hinter der Entwicklung einer technisch innovativen Unruh-Spiralfeder, die aus Silizium besteht. Auch weitere Uhrenfirmen prüften schnell, inwiefern Silizium die Nachteile von Spiralfedern aus Stahl ausgleichen konnte.

Vorteile von Silizium-Spiralen (gegenüber Stahl-Spiralen)

Silizium-Spiralen verbessern den so genannten Isochronismus der Uhr, was dazu führt, dass möglichst gleichmäßige Schwingungen erzielt werden. Wie nun schon bekannt ist, fördert dies eine hohe Ganggenauigkeit des Zeitanzeigers. Weiterhin erfolgen die Bewegungen der Spiralen aus Silizium nicht asymmetrisch, sondern gleichmäßig zusammenziehend und ausbreitend. Ebenso punkten die folgenden Eigenschaften bei Silizium-Spiralfedern:

  • Die Stabilität: Ob harte Stöße oder Temperatureinflüsse – die Spiralfedern aus Silizium trotzen diesen Gefahren. Weiterhin sind sie korrosionsfest und flexibel.
  • Die Größe: Silizium-Spiralfedern sind deutlich leichter und flacher als ihre Kollegen aus Stahl.
  • Der Amagnetismus: Der Werkstoff ist gegen die möglichen Einflüsse von Lautsprechern oder magnetischen Schließen gewappnet, da die Spirale nicht magnetisierbar ist.
  • Die Beständigkeit: Einmal angepasst, bleibt die Spiralfeder aus Silizium so, wie sie ist und zeigt keine Verformungen oder „Ermüdungserscheinungen“.
  • Die einfache Formung: Der Werkstoff kann sehr präzise, schnell und einfach industriell geformt werden.

Silizium-Spiralen: Heute Einsatz in verschiedenen Uhren

Während die ersten Silizium-Spiralen patentiert wurden und somit teilweise nur von bestimmten Uhrenmarken verwendet werden konnten, gilt das Material heute als Werkstoff der Zukunft, wenn es um Spiralfedern geht. So verwundert es nicht, dass auch Marken wie Omega, Tissot oder Mido auf die zahlreichen Vorteile setzen. Die Silizium-Spiralfedern kommen sowohl bei Herrenuhren als auch in Damenmodellen zum Einsatz.

Uhren mit Silizium-Spirale bei Uhrzeit.org

Tissot Gentleman Powermatic 80 Silicium Herrenuhr

Diese moderne Uhr mit automatischem Antrieb lässt auch die positiven Eigenschaften von einer Silizium-Spirale nicht vermissen. Eine gleichmäßige Arbeit des Uhrenwerks ist somit kein Problem. Wie der Name bereits verrät verfügt die Uhr über eine Gangreserve von bis zu 80 Stunden. Äußerlich begeistert das Modell mit seinem hochwertigen Edelstahl, dem eleganten Lederarmband und der massiven Bauweise.

Mido Commander Chronometer Herrenuhr Automatik

Die Mido Commander ist eine der klassischen Kollektionen von Mido. Dieses Modell weiß durch sein präzises Schweizer Automatikwerk, aber auch durch die antimagnetische Spirale aus Silizium zu überzeugen. Hinzu kommen Vorzüge wie eine Gangreserve von 80 Stunden, wenn die Uhr vollständig geladen wurde. Die Uhr ist in unterschiedlichen Designs verfügbar und trifft somit auch optisch viele Geschmäcker.

Tissot Damenuhr Ballade Automatik Chronometer

Auch Damen müssen in puncto Silizium-Spirale natürlich nicht in die Röhre schauen. Dieses Modell von Tissot verfügt über eine solche und lässt zudem mit der Gangreserve von 80 Stunden Herzen von Uhrenfreunden höherschlagen. Das klassisch-moderne Design wird von massivem Edelstahl und einer polierten Oberfläche gekennzeichnet.