TagHeuer Aquaracer Preis gerechtfertigt?

Probleme, Fragen oder Anregungen rund um das Thema Uhren für Herren werden hier diskutiert||Hier werden Probleme, Fragen oder Anregungen rund um das Thema Uhren für Herren diskutiert.
Antworten
TAqua
Beiträge: 7
Registriert: 02.10.2016, 14:25

TagHeuer Aquaracer Preis gerechtfertigt?

Beitrag von TAqua » 02.10.2016, 14:41

Hallo an alle,
ich habe eine Tagheuer Aquaracer Calibre 16 für 1.200€ gekauft. Die Website hat als Jahr "2014" angegeben, die Uhr war fast wie neu, kleine Kratzer auf der Lünette (dem schwarzen Chronographen Innenring). Wie sich jetzt herausstellt ist die Uhr von 2008, also vier mal so alt. Eine Revision ist nicht dokumentiert, wurde aber vom Verkäufer durch einen hauseigenen Uhrmacher überprüft und wird garantiert.

Meine Frage: Welchen Wertverlust hat eine solche Uhr durch die zusätzlichen 6 Jahre, konkret: Wie viel Rückzahlung ist angemessen für diesen Altersunterschied? Ggf. ist eine 500€ Revision von Nöten.

Der Versender gibt explizit an, jede Uhr zu prüfen und die Daten vor zustandekommen des Vertrags erneut zu prüfen. Hinzu kommt, dass die Lieferung komplett schief gelaufen ist, obwohl Sie über einen professionellen Wertversand lief. Niemand wusste wo die Uhr ist und letzten Endes wurde Sie von einem Subunternehmen ohne ID Kontrolle übergeben. Vorweg: Ich werde die Uhr am Dienstag bei Wempe anpassen, authentifizieren und den Revisionsbedarf einschätzen lassen, bezahlt wurde durch PayPal und per SEPA, im Zweifelsfall kann ich das Geld also innerhalb von 6 Wochen zurückholen, insofern würde ich bitten, von Zweifeln an der Authentizität abzusehen, der Verkäufer ist ein großer und legitimer Versender, aber KEIN offizieller TAGHeuer Händler.

Ich hatte an MINDESTENS 300€ gedacht, sollte sich der Versender nicht einsichtig zeigen, werde ich nach Rücksprache mit einem Anwalt die SEPA Zahlung zurückziehen und per PayPal vorerst das gesamte Geld zurückholen, bis sich der Versender auf einen Vergleich einlässt. Zum Glück spricht das BGB da durch §§437-441 eine deutliche Sprache, was ich lediglich brauche ist eine Einschätzung der Wertminderung (letzten Endes durch einen Gutachter, vorerst als Einschätzung frage ich nun hier)

Vielen Dank!
TAqua

Benutzeravatar
Arno
Beiträge: 529
Registriert: 15.03.2013, 16:55

Re: TagHeuer Aquaracer Preis gerechtfertigt?

Beitrag von Arno » 02.10.2016, 15:57

Hallo TAqua,


das ist ganz ganz schwierig und so nicht exakt zu bestimmen. Ich denke, dass du mit den 300.- Euro nicht falsch liegst. Aber das kann man nicht wie vom

Lineal gemessen festlegen. Der Wert einer gebrauchten Uhr setzt sich aus vielen einzelnen Faktoren zusammen. Ein einzelner Kratzer kann, wenn er an

einer ungünstigen Stelle ist, den Wert einer Uhr drastisch senken. Der unbestimmbarste Faktor ist aber immer der Käufer selbst. Denn was DIR diese Uhr

mit den aktuellen Daten und in dem aktuellen Zustand Wert ist, steht in keiner Tabelle !

Wenn man Uhren als Wertanlage kauft bzw. einen stabilen Werterhalt haben möchte muss man sowieso in preislich sehr viel höhere Regionen aufsteigen.

Was ich in deinem Fall als "Wertmindernd" ansehe ist die Sache mit der Revision vom "hauseigenen" Uhrmacher bei einem NIcht-Vertragshändler. Besser ist

immer die Revision beim authorisierten Konzi oder beim Hersteller selbst. Alles andere ist einfach mal drübergeschaut, oder sowas.




Gruß
Arno :wave:
Die Zeit mag Wunden heilen, aber sie ist eine miserable Kosmetikerin.
-MARK TWAIN-

TAqua
Beiträge: 7
Registriert: 02.10.2016, 14:25

Re: TagHeuer Aquaracer Preis gerechtfertigt?

Beitrag von TAqua » 02.10.2016, 16:18

Hi Arno,
danke für die Antwort!

Da hab ich mich falsch ausgedrückt, die Uhr hatte keine Hauseigene Revision, sondern wird auf Laufgenauigkeit und Zustand, sowie auf Authentizität durch Uhrmacher geprüft. Insofern kann es sein, dass das gute Stück in den 8 Jahren keine Revision hatte und somit dringend mal fällig wäre. Dabei könnte TagHeuer dann auch gleich die Lünette bzw. die Chronographentabelle ersetzen. Die würde aber wsl. 500€ kosten, allerdings denke ich, dass der Verkäufer bei einer Forderung von 500€ bei einer 1200€ Uhr wirklich ein Gerichtsverfahren anstreben würde. Letzten Endes könnte aber der enorme Image-Verlust, der der Firma mit einem Gerichtsverfahren wegen Betrugs bzw. falschleitender Werbung und Sachmangel beim Kaufvertrag bzw. Leistungsverweigerung sowie die katastrophale Lieferung und die damit verbundene öffentlich wirksame Inszenierung die Firma einen enormen Betrag kosten, insofern sind vllt. auch 500€ machbar und angesichts der vllt. anstehenden Revision auch durchaus gerechtfertigt. Entscheidend ist hierbei eben eine Einschätzung, um welche Summe der Preis gemindert würde.

SOMIT:

Was würdest du/ihr an Preisunterschied erwarten: Fast Neuwertige TAGHeuer Aquaracer Chronographen, eine Uhr aus 2014, ein weiteres Angebot aus 2008. Ansonsten identisch, hier aber wie gesagt: eine Uhr aus 2014 kann noch ein Jahr oder so warten bis zur Revi, eine aus 2008 definitiv nicht.

Zum Zustand: Der Kratzer ist bei genauem hinschauen im richtigen Winkel erkennbar, am Handgelenk aus >50cm Entfernung fast unsichtbar und >1m nicht zu erkennen, somit dürfte die Uhr im Alltag als "Neu" angesehen werden.

Zur Verwendung: Alltagsuhr, nicht als Geldanlage oder ähnliches, soll aber nach Möglichkeit ein paar Jahre/Jahrzehnte in guter Pflege an meinem Handgelenk verweilen, weswegen mir die konstante Revision durchaus wichtig wäre!

Was sie mir wert ist: Letzten Endes war Sie mir 1200€ wert, der Zustand ist gut und ich bin voreingenommen. Ich kenne den reellen Wert nicht. Ich will nicht zu viel bezahlen und möchte so wenig wie möglich bezahlen. Wenn der Altersunterschied nochmal 50% Rabatt rechtfertigt, werde ich 50% verlangen, ich möchte einen fairen Preis zahlen. Die 1200€ sind vertraglich für eine 2 Jahre alte Uhr vereinbart und stehen fest und sind die Referenz (auch falls die Uhr eig 2000€ Wert wäre bei 2 Jahren, Vertrag ist Vertrag)! Für eine 8 Jahre alte Uhr möchte ich einen entsprechenden Prozentsatz Rabatt erhalten. Deswegen brauche ich eine unvoreingenommene Meinung! Wenn ich könnte, würde ich auch 1000€ Rabatt fordern, ich selber kann die Grenze zwischen "durchaus berechtigt" und "zu viel des Guten" nicht objektiv einschätzen, ich werde immer eher zu letzterem tendieren um weniger zu bezahlen.

Ich würde mich freuen, wenn ich objektive Einschätzungen erhalten könnte, wie viel Rabatt ist bei 4fachem Alter gerechtfertigt?

Vielen Dank!!
TAqua

Benutzeravatar
JLC
Beiträge: 2055
Registriert: 01.05.2015, 12:46

Re: TagHeuer Aquaracer Preis gerechtfertigt?

Beitrag von JLC » 03.10.2016, 12:50

Ich bringe mich ein, wenn gestattet. :wink:

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann hat der Verkäufer die Uhr mit 2014 angegeben, obwohl die Uhr aus 2008 ist ?
In meinen Augen sehr grenzwertig an Betrug, denn eine Grau-Händler müsste das wissen aus welchem Jahr eine Uhr ist.
Der Kauf könnte rückabgewickelt werden.

Bringst Du die Uhr zu Wempe, dann entfällt die Rückabwicklung, sobald Wempe die Uhr aufmacht.

Hauseigener Uhrmacher hat getestet, oder sich das Werk angeschaut..... :crazy:
Eine Aussage die ins Leere führt, denn ich sehe mir auch jeden Tag Werke an. :?
Von einer Revi kann also nicht die Rede sein.

Willst Du die Uhr behalten, dann empfinde ich € 300,00 für angemessen für die falsche Jahresangabe.
Viele Grüße

JLC
Bernd

TAqua
Beiträge: 7
Registriert: 02.10.2016, 14:25

Re: TagHeuer Aquaracer Preis gerechtfertigt?

Beitrag von TAqua » 03.10.2016, 16:42

Hi an alle,

vielen Dank für die Antwort!

Ja der Fehler ist schon grenzwertig, v.a. da der Händler sich damit brüstet jede Uhr genauesten zu prüfen. Aus diesem Grund erwarte ich eigentlich auch fast schon mehr als 300€, da ich ggf. die Uhr zu TagHeuer in die Revision gebe und damit dann schonmal 500€ weg sind.
Vorerst mal bezweifle ich, dass eine Rückabwicklung rechtlich wegfällt, wenn man die Uhr bei Verdacht auf Betrug von einem offiziell von TagHeuer zertifizierten Uhrmacher öffnen und entsprechend professionell überprüfen lässt? Nicht, dass ich da den rechtlichen Background hätte, aber ich denke mal das müsste doch koscher sein? Naja ich will sie auch nicht öffnen lassen, sondern nur vom Personal und ggf. vom Uhrmacher eine unverbindlichen Einschätzung haben. Die Uhr kam mit Belegen vom TagHeuer Store entsprechend mit Seriennummer, insofern bezweifle ich die Authentizität nicht. Die Ganggenauigkeit ist auch TOP, jetzt nach drei Tagen grade mal +6 Sek, das ist genauer, als man eigentlich erwarten kann!

Ich denke da gabs einfach einen letztendlich schwerwiegenden Kommunikationsfehler in deren Haus, insofern werde ich eine Minderung von >500€ anstreben um die Uhr von TagHeuer Revisionieren zu lassen, dann machen die zwar Verluste an der Uhr, aber solche gravierenden Fehler dürfen bei einem Händler nicht auftreten, im Zweifel werde ich mal einen Anwaltsbrief an die Herren schicken und die gesamte Geschichte (hier ist nur ein Teil der Fehler beschrieben) in allen mir bekannten Foren und im Freundeskreis entsprechend der rechtlichen Gegebenheiten veröffentlichen und ggf. strafrechtliche Klage wegen geschäftsmäßigen Betrugs und zivilrechtlich Minderung einklagen. Der Imageschaden aus einer Betrugsklage dürfte die Herren empfindlicher treffen als ein paar hundert Euro.

TROTZDEM würden weitere Einschätzungen helfen, wenn jemand den Teil hier noch liest, bitte antworten!! Vielen Dank!

Grüße,
TAqua

Benutzeravatar
JLC
Beiträge: 2055
Registriert: 01.05.2015, 12:46

Re: TagHeuer Aquaracer Preis gerechtfertigt?

Beitrag von JLC » 03.10.2016, 17:46

Versuch macht kluch..... :wink:

Und gut, wenn man höher im Preis rangeht, dann kann man evtl auch mehr erwarten.
Setze Dich einfach mal mit dem Verkäufer auseinander, ggf gibt er seinen Fehler zu und kommt Dir preislich entgegen.

Nach 3 Tagen gerade mal 6 Sek. im Plus.....das sind gute Werte. :thumbup:
Viele Grüße

JLC
Bernd

Antworten