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Wozu dient die Lünette?

Karo
von Karo
Die Lünette der Uhr

Viele Bestandteile der Uhr sind uns bekannt, aber über deren Funktionen macht man sich doch eher weniger Gedanken. Zumindest ging es mir bei der Lünette so, die für mich eben ein optisches Element ist, deren Nutzen sich mir aber lange nicht erschloss. Mittlerweile habe ich mich mal ein bisschen mehr damit auseinandergesetzt und wollte meine Erkenntnisse gern teilen.  Die Lünette ist, wie jedes andere Teil einer Uhr, mit wichtigen Funktionen erfüllt, die zwar keine werktechnische Komponente darstellt, aber dennoch sehr nützlich ist.  Ich möchten euch heute etwas mehr über die Lünette und ihre Bedienung berichten, damit sie nicht nur auf ihre robuste und extravagante Optik reduziert wird.

Das Wort Lünette wird aus dem Französischen abgeleitet und bedeutet „kleiner Mond“, der als ein zifferblattseitig montierter Ring um das Zifferblatt gesetzt ist und vielen runden Gehäusen ein sportliches Gesicht verleiht.
Sie ist entweder fest verschraubt oder drehbar und kann als Markierung für Zeiten verwendet werden. Diese Funktion lässt sich für diverse Uhrentypen verwenden, bei denen sie immer einen anderen Gebrauch findet.

Besonderen Einsatz findet die Lünette bei Taucheruhren. Der Taucher liest hier die verbleibende Tauchzeit ab. Der Drehring lässt sich meist nur in eine Richtung bewegen, damit sichergestellt ist, dass sich die Tauchzeit, wenn der Taucher aus Versehen gegen etwas stößt, nur verkürzen, aber nie verlängern kann. Die Lünette ist dabei so griffig, dass sie sich auch mit Handschuhen einstellen lässt. Zur besseren Ablesbarkeit auch unter dem Wasser sind die Taucheruhren meistens mit einem Leuchtpunkt und durchgehende Minuteneinteilung versehen.
Das Dreieck, also die 60. Minute, wird unmittelbar vor dem Tauchgang auf den Minutenzeiger gestellt und zeigt somit auf der Lünettenskalierung die bis zu diesem Zeitpunkt vergangen Tauchzeit in Minuten an.

Am zweithäufigsten findet die Drehlünette den Einsatz bei den Fliegeruhren. Vor allem Piloten, die nach Sichtflugregeln fliegen, nutzen diese Minutenskala als Navigationshilfe. So wird wie auch bei den Taucheruhren, der Nullpunkt beim Start auf den Minutenzeiger gestellt, sodass die Flugminuten gezählt werden können und man genau abschätzen kann, wann ein Richtungswechsel ansteht.

Einen weiteren Einsatz findet die Lünette oft auf GMT-Uhren, also auf Uhren, die die Zeit einer zweiten Zeitzone anzeigen können. Hierbei verfügt sie oft über eine 24-Stundenskala und lässt sich im Gegensatz zu Tauchlünetten in der Regel in beide Richtungen verstellen.

Die drehbare Lünette besitzt desweiteren bei einigen Uhrenmodellen auch einer Tachymeter- bzw. Tachometerskala. Diese gibt die Geschwindigkeit der zurückgelegten Strecke in km/h an. Außerdem können weitere Rechenoperationen wie beispielsweise die Währungsrechnung anhand der Lünette durchgeführt werden.

Zu guter Letzt gibt es Countdown-Lünetten, mit einer rückwärtslaufenden Minutenskala ausgestattet sind. Diese finden vor allem bei militärischen Aktionen große Beliebtheit.

Die Lünette ist also keineswegs nur ein modisches Accessoires, dass Sportlichkeit ausdrücken soll, sondern besitzt viele Funktionen, die für ihren jeweiligen Einsatz einen echten Mehrwert liefern und auf die man sich verlassen kann.

Info: Unsere Uhr auf dem Bild ist eine Oris.