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Mit Fliegeruhren hoch hinaus: Funktionalität als wichtigste Eigenschaft

Fliegeruhren bestechen mit ihrem simplen, aber doch eindrucksvollen Design, das die Ablesbarkeit der Uhrzeit klar in den Vordergrund rückt. Leuchtfarbe auf den Indizes, schlicht gestaltete Displays und großzügige Lünetten sind typische Merkmale der Uhren, die auf die einstigen Navigations-Beobachtungsuhren des Militärs zurückgehen. Heute können Fliegeruhren aber weit mehr, als „nur“ die Uhrzeit zu zeigen.

Ein Blick in die Vergangenheit: Die Herkunft der Fliegeruhren

Die militärische Fliegeruhr im 2. Weltkrieg, die auch als „Navigations-Beobachtungsuhr“ bezeichnet wurde, ist das Vorbild für zahlreiche Fliegeruhren, die bis heute Herren aus aller Welt begeistern. Eine Fliegeruhr im 2. Weltkrieg diente als Navigationsinstrument und musste daher jederzeit – auch unter widrigen Umständen – ablesbar sein. Dieser Anspruch wurde durch extragroße Displays mit mattem Hintergrund und leuchtenden Stunden- und Minutenzeigern erfüllt.

Die Erfindung der ersten Navigationsuhr geht auf den Offizier der United States Navy, Philip van Horn Weems, zurück. Die Notwendigkeit, als Pilot einen zuverlässigen Zeitanzeiger mitzuführen, erkannte weiterhin Charles Lindbergh in den späten 1920er Jahren. Gemäß seiner eigenen Anforderungen entwarf er eine erste Fliegeruhr, deren Design als Vorlage für die bis heute bekannte Lindbergh Uhr diente und so manche, ähnliche Fliegeruhr für Herren folgen ließ.

Typische Eigenschaften von Fliegeruhren

Logischerweise sollen Fliegeruhren vor allem funktional sein:

– Der ungetrübte Blick auf die Uhr, der in der Luftfahrt entscheidend sein kann, wird durch matte, meist schwarze Displays gewährt. Reflektierende Displays und Uhrengehäuse suchen Herren bei Fliegeruhren vergebens, denn sie wären zu große Störfaktoren.

– Die Zeitanzeige wird durch klar unterscheidbare Stunden- und Minutenanzeigen auf einen Blick gewährt; beispielsweise ist ein Zeiger deutlich länger als der andere oder farblich hervorgehoben.

– Unterstützend für die Lesbarkeit ist auch die Leuchtmasse, welche ein Ablesen der Fliegeruhr in der Dunkelheit möglich macht.

Ein weiterer Fokus wird auf den Trage- und Bedienkomfort gelegt. Die große Gestaltung fällt nicht nur gleich positiv ins Auge, sondern ermöglicht ein Uhrablesen auch von weiterer Entfernung. Da Fliegeruhren im 2. Weltkrieg und bei anderen, militärischen Einsätzen oft über der Kleidung oder sogar an den Oberschenkeln getragen wurden, waren Armbänder früherer Fliegeruhren meist extralang.

Abgerundet werden die Vorzüge durch ein robustes Gehäuse, das sich wenig anfällig gegenüber äußeren Einflüssen zeigt. Fliegeruhren mussten und müssen mitunter einiges aushalten, daher werden sie aus kratzfesten Materialien gefertigt und weisen je nach Modell auch eine besondere Stoßfestigkeit auf. Auch sind manche Fliegeruhren bis zu einer gewissen Tiefe wasserdicht.

Fliegeruhren heute

Heutige Fliegeruhren verzichten meist auf das extralange Band, das auch um den Oberschenkel passt; aber ausladende Armbänder sind dennoch keine Seltenheit. Gerade Männer mit kräftigem Handgelenk schätzen diese Varianten, die als Überbleibsel der Militärzeit gelten. Die gute Ablesbarkeit ist bis heute geblieben, ebenso wie die großzügige Display-Gestaltung.

Während früher jede Fliegeruhr ein mechanisches Modell war, gibt es heute auch Fliegeruhren als Automatik-Variante, die sich durch intuitive Armbewegungen aufladen. Hinzu kommt die Möglichkeit, Fliegeruhren als clevere Smartwatch zu erwerben. Diese Uhren erlauben die Verbindung mit dem Smartphone und erweitern die Funktionen rund um die Luftfahrt. Zahlreiche Zusatzfeatures neben der reinen Uhrzeit-Angabe sind ebenfalls möglich. Dazu gehören klassischerweise eine zweite Zeitzone auf dem Display, eine Anzeige der Weltzeit sowie die Option der Flugdatenberechnung.

Fliegeruhren: Die beliebtesten Marken im Überblick

Die Beliebtheit von Fliegeruhren hat längst die Nischengruppe der Luftfahrtangestellten verlassen. Viele sportliche Herren jenseits der Flugbranche setzen auf Fliegeruhren, um ihren Stil zu komplettieren oder sich in ihrer Freizeit auf die robusten, funktionalen Eigenschaften einer Fliegeruhr zu verlassen.

Kein Wunder, dass bekannte Uhrenmarken wie Sinn und Hamilton ein breites Spektrum an modernen sowie klassisch gehaltenen Fliegeruhren bereithalten. Auch Garmin, ein Hersteller, der ursprünglich Navigationssysteme fertigte, gehört heute zu den Herstellern von Fliegeruhren. Und Marken wie Junghans landeten ebenfalls mit einigen schlicht gestalteten Fliegeruhren einen Treffer auf dem Uhrenmarkt.

– Sinn Fliegeruhr 104 St Sa I Automatikuhr: Diese Fliegeruhr in Automatik-Ausführung setzt auf klassische Elemente wie schwarzes Aluminium als Uhrenhintergrund und ein nachtleuchtendes Dreieck, das als Hauptmarkierung fungiert. Die Uhr ist zudem stoßsicher sowie antimagnetisch.

    

– Hamilton Khaki X-WIND Automatikchronograph: Eine Fliegeruhr mit Automatik- und Chronographenfunktion zugleich ist dieses Modell der Marke Hamilton. Ein Clou ist der durchsichtige Glasboden, der den Blick auf das Uhrwerk freigibt. Das leicht ablesbare Zifferblatt enthält eine Anzeige zur Bestimmung des Abtriebwinds für die Fliegerei.

  

– Garmin D2 Charlie Pilotenuhr GPS Titanium Smartwatch: Auch als Smartwatch punkten Fliegeruhren, wie dieses Modell von Garmin eindrucksvoll darlegt. Es vertraut auf das typisch schlichte Design, mischt es aber gekonnt mit verschiedenen Funktionen für die Luftfahrt. Dazu gehört eine globale Flugdatenbank ebenso wie eine farbige Bewegt-Karte und eine automatische Flugaufzeichnung.