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Die Geschichte der Zeitmessung

Karo
von Karo

Die Zeit beeinflusst unser Handeln und den täglichen Ablauf. Doch wie oft machen wir uns Gedanken dazu, woher die Zeitmessung überhaupt stammt? Mein Name ist Douglas und ich bin Gastautor bei uhrzeit.org und habe mich mit diesem Phänomen mal auseinandergesetzt.

Also wo begann das Ganze?
Zu Beginn waren es die Sumerer und Ägypter, die die ersten Ideen zur sogenannten Zeiterfassung hervorbrachten. Dies gelang ihnen in Form von sogenannten Sonnenuhren.
Sonnenuhren
Die alten Ägypter gingen wie folgt vor: Sie unterteilten den Tag in Zwölf-Stunden-Zeiträume und verwendeten Obelisken (später auch die Griechen mit „Gnomon“ Stäben) mit denen sie die Bewegung der Zeit ablesen konnten. Später griffen die Römer dasselbe Konzept auf und teilten in zwei Sonnenhochstände. Etwa 400 v. Chr. Baute Aristarch von Samos die erste Sonnenuhr mit einer Skalierung.
Diese revolutionäre Erfindung barg jedoch auch ihre Schattenseiten. Im Wahrsten Sinne des Wortes, denn genau diese Schatten wurden letztlich benötigt. So war bei trübem Wetter, dunklen Jahreszeiten oder in der Nacht keine Zeiterfassung möglich.

Wasser und Sanduhren
Um sich nicht mehr nur auf den Tag und Nacht Ablauf beschränken zu müssen, begann man sich mit sogenannten Wasser – und Sanduhren auseinanderzusetzen. Die Sanduhr ist uns noch heute ein Begriff und brachte viele Sprichwörter wie „im Sande verlaufen“ mit sich.
Das Prinzip war bei allen Modellen dasselbe. Es ging immer um eine bestimmte Menge an Wasser/Sand. Diese lief letztlich einfach durch ein Loch, sodass das Sinken des Pegels die Zeitangabe markierte.

Pendeluhren
Galileo Galilei erdachte kurz vor seinem Tod (in 1640) die Idee der sogenannten Pendeluhr, bei der durch ein schwingendes Pendel eine Reaktion im Uhrwerk ausgelöst wird. 100 Jahre nach dem Tod Galileis kam ein weiterer Visionär auf diese Idee. Christiaan Huygens konstruierte die erste funktionsfähige Pendeluhr mit Spindelhemmung. Diese wird noch heute in Rijksmuseum in Leiden aufbewahrt.

Die Taschenuhren
Die nächste evolutionäre Stufe in der Geschichte der Zeitmessung war definitiv die Entwicklung der Taschenuhr. Die Gewichte wurden gegen Mitte des 15. Jahrhunderts durch den Federantrieb ersetzt. Dies machte die Entwicklung von tragbaren Uhren erst möglich. Der Uhrmacher Peter Henlein konnte etwa ein halbes Jahrhundert später tragbare Uhr bauen. Erwähnenswert ist, dass die Modelle zu diesem Zeitpunkt bereits eine Gangreserve von 40 Stunden aufweisen konnten.
Die Taschenuhr war das erste Uhrenmodell, das eine breite Masse der Bevölkerung teilweise sogar bis auf die Sekunde aufklären konnte. Der Wechsel von der Kirchturmuhr zur Taschenuhr fand statt. Es dauerte nicht lange, da waren Uhrenmodelle zu erschwingliche Preisen erhältlich. Dies kann als vollständiger Erfolg verstanden werden. Schließlich konnten ab diesem Zeitpunkt alle sozialen Schichten auf die Zeitmesser zugreifen. Zunächst war die Erfassung der Zeitangabe schließlich nur den oberen Schichten vorbestimmt. Die wirtschaftlichen Entwicklungen stützten sich stark auf die neuen Optionen die, die tragbaren Uhren mit sich brachten.

Die Armbanduhr
Erst im frühen 20. Jahrhundert kamen die ersten Armbanduhren auf dem Markt. Interessant ist, dass diese am Anfang ausschließlich für Damen konzipiert worden sind. Männer trugen in der Regel weiterhin Taschenuhren. Die ersten Armbanduhren für Herren traten im Rahmen des Ersten Weltkriegs auf. Dies liegt der Erkenntnis zugrunde, dass Taschenuhren nicht effizient für den militärischen Einsatz waren. Die Lederarmbänder etablierten sich zur selben Zeit. Nach dem Ersten Weltkrieg eroberten Herrenarmbanduhren auch den privaten Bereich und lösten die Taschenuhren ab. Schon damals zeichnete sich die Schweizer Qualität ab, die auch von der deutschen Kriegsmarine getragen wurde.

Automatikuhren
Zunächst handelte es sich sowohl bei den Damen als auch bei den Herrenuhren um Uhren mit Handaufzug. Diese mussten in Folge immer von den Trägern aufgezogen werden. Im Jahr 1923 gelang es dem britischen Erfinder John Harwood, die allererste Automatikuhr zu konstruieren.
Die Automatikuhr sollte die darauffolgende Jahrzehnte bestimmten und beherrschten den Uhrenmarkt.

Quarzuhren
Die Quarzuhren markierten den nächsten wichtigen Schritt in der Geschichte der Zeitmessung. Die erste Uhr, die mithilfe einer kleinen Batterie betrieben wurde, erschien im Jahr 1967. Produziert wurde die erste Quarzuhr von der Schweizer Firma Centre Electronique Horloger.
Dieser Moment gilt jedoch nicht für alle als Sternstunde der Uhrengeschichte. Viele Anbieter verfluchen diese Entwicklung sogar. Schließlich bedeutete dieser Fortschritt, den Anfang vom Ende für viele Mitstreiter auf dem Markt .

Es folgte die sogenannte Quarzkrise. Die Quarzuhren überrannten die Hersteller der Uhren mit Handaufzug. Dies hatte zur Folge, dass viele renommierte Uhrenhersteller Konkurs anmelden mussten. Wer nicht anpassungsfähig war, verschwand schlichtweg von der Bildfläche. Diese Entwicklung hielt bis Anfang der 1980er an. Nur die Automatikuhr konnte neben den Quarzuhren bestehen. Kurz darauf traten die ersten Uhrenbeweger in Erscheinung. Diese versetzen die Automatikuhren in automatisierte Bewegung, sodass diese nicht stehen bleiben.