
Der 24jährige Kaufmann Jakob Kienzle heiratet in die Familie Schlenker ein und Kienzle wird Teilhaber an der Firma, die nun "Schlenker und Kienzle" heißt. Unter dem Namen "Flügelrad" entstehen Uhren mit massivem 14-Tage-Regulatorwerk. Die Beschäftigtenzahl steigt auf über 60. Mit Jakob Kienzle beginnt die Erfolgsgeschichte der traditionsreichen Uhrenfabrik, die Firma wird kontinuierlich erweitert und räumlich ausgedehnt. Die industrielle Serienfertigung beginnt. Im Jahr 1894 führt Kienzle die maschinelle Fertigung von preiswerten Uhren ein, zu diesem Zeitpunkt arbeiten schon 360 Beschäftigte und 40 Heimarbeiter bei Kienzle.
Die Produktion in den Kienzle Werken wird immer größer, nach dem Rückzug seines Schwagers wird Jakob Kienzle Alleininhaber der Uhrenmanufaktur. Bald produzieren schon 600 Arbeiter fast eine halbe Million Uhren. Jetzt werden auch Tischuhren, Phantasiewecker, Jahresuhren, Autouhren und Messwerkzeuge hergestellt.
1922 wird die Kienzle KG in eine AG umgewandelt, dann 1935 stirbt Jakob Kienzle. Aber unaufhaltsam geht es weiter, 1939 fertigen 3500 Beschäftigte ca. 5 Millionen Uhren. 1956 entstehen nach einer kriegsbedingten Unterbrechung die ersten batteriebetriebenen Uhren, die bald zu den meistverkauften in Deutschland zählen. Die erste Solaruhr "Heliomat" wird produziert.
Im Jahr 1973 produziert Kienzle das erste Quarzwerk. Schon 1975 läuft die 25 millionste Uhr mit dem Armbanduhrenwerk Kaliber 051 vom Band der Uhrenfirma. 1976 fertigt Kienzle die ersten Quarz-LED-Uhren in Deutschland.
Dann 1999 wird die traditionsreiche Uhrenfirma von asiatischen Produzenten übernommen, in den Produktions-anlagen in Südchina werden bis heute Uhrwerke, Groß- und Armbanduhren gefertigt. |